2012 Waking up the Beast – Meine erste Tour mit der XT1200Z

Gepackt für das erste Abenteuer

Gepackt für das erste Abenteuer

Am 3. August 2012 ist es endlich soweit. Das Biest steht schon seit einem halben Monat in der Garage (der ein oder andere hat’s geahnt) und scharrt mit den Pneus; jetzt geht es bald los.

Die Vorbereitungen der Tour kannst Du hier sehen: Paetschman.de

Heute am Freitag lege ich noch ein letztes Mal Hand an, bevor ich morgen früh endlich den finalen Startbutton drücken werde. Die Koffer sind gepackt, ein bisschen Elektronik verbaut und das Beast steht im Regen und wartet…

Um 6 Uhr ist am Samstag die Nacht rum und nach letzten Vorbereitungen bin ich kurz nach halb neun auf der „Piste“. Mit wenig Verkehr und bei bestem Reisewetter flutscht die erste Etappe gut durch und um halb zwei komme ich entspannt in Heilsbronn bei Steffi und Jörg an.

Zusammen mit Suse und Latus geht es dann auch nach Schwabach zum Eis essen (Eis geht immer). Abends wird dann noch gegrillt und am Sonntag ausschließlich gechillt. So startet die Tour entspannt und der Stress des Arbeitsplatzes fällt so langsam ab. Vielen Dank ihr beiden für eure Gastfreundschaft; ihr habt viel Anteil daran…

Die Fahrt Richtung Ingolstadt wird von schweren Unwettern überschattet und Jörg’s Anruf warnt mich – nicht durchs Altmühltal zu fahren. So nehm ich einen direkteren Weg und komme wahrhaftig trocken an, gerade rechtzeitig vor dem angekündigten Wolkenbruch. Zur Belohnung gibt es ein … Eis 🙂 Bei den Däumers, bei denen ich den heutigen Montagabend verbringe, darf ich mich ebenfalls wie zu Hause fühlen. Die Tenere-Connection steht ungemein und wir sprechen jede Menge Benzin (aber nicht nur) 🙂

;

20120807-083808.jpg

Nach einem schönen Abend auf einem tschechischem Campingplatz nahe dem Österreichischem Gmünd ging es heute morgen weiter gen Süden. Über kleine und kleinste Landstraßen führt mich der Weg immer weiter durch Österreich, und die Superdicke (und vor allem die scouts) konnten mal so richtig zeigen was geht. Und das ist ne Menge. Ich bin begeistert von der Kombination xt1200z und Heidenau scout. Mehr noch als bei der Dicken wird die Superdicke mit diesen Reifen erst mal richtig zum Funbike. So bin ich die Pässe nur so rauf und runter gebrummt. Am Sölkpass habe ich dann sogar noch die United Teneristi Prominenz getroffen. Unverhofft stand an einer Kreuzung der Pezimann vor mir. Klasse, dass wir ein paar Worte wechseln konnten, bevor ihn sein Job weiter getrieben hat. War mal wieder schön, dich zu sehen…

Dann trieb es uns über den Wurzenpass nach Slovenien, und hier sitze ich nun auf einem Zeltplatz mit WLAN 🙂 Was braucht man mehr?

Morgen dann … Ja was dann?

Nach einer Nacht in der Bergwelt Sloweniens hat es mich heute weiter in den Süden geführt. Traumhafte Bergstraßen ließen mich jedoch immer wieder zweifeln, ob die eingeschlagene Richtung so mein Ding ist. Zu genial waren die Straßen ohne Geraden

20120810-221738.jpg

Zur Strafe traf mich fast der Hitzschlag, als es hinunter zur Küste ging. Bei Triest stieg die Temperatur von Minute zu Minute an. Noch bei 20° C in luftiger Höhe in Slowenien gestartet, waren es hier ruck-zuck 40° C. „Du hast es ja so gewollt“ sagte ich da zu mir selber

Stimmt!

Kroatien begrüßte mich mit  Abzocke hoch drei. Nach der langen Fahrt war ich froh, einen Campingplatz zu finden, aber leider war dies ein „Naturist“ und somit für alleinreisende Herren Tabu. Toll! Somit hieß es weiter und ich landete auf einem Zeltplatz – naja einer Zeltstadt, die tatsächlich einen Platz direkt am Meer für mich frei hatte. Bingo!

Die Strafe folgte auf dem Fuße. Nicht nur dass die Animation bis in die Puppen ging, der Abend wurde mit Feuerwerk beendet, und am Morgen gegen fünf weckte das Nebelhorn.

Das soll heute am Freitag anders werden. Nachdem ich überlegt habe, wohin es weiter geht, darf ich für diese „schöne“ Nacht noch fast 50 € !!! zahlen. Das beflügelt meine Entscheidung, Kroatien sofort den Rücken zu zeigen und nur das Schild mit der magischen Aufschrift „Pula“ ändert diesen „Plan“.

Ich packe mich also auf die Autobahn und flute die Zylinder. Einige Minuten später widerrufe ich den Befehl der Brücke „Energie“ und steuere die Ausfahrt an. Nach einem Einkauf beim örtlichen Lidl (ich weiß, ich wollte kleine Läden bevorzugen, habe aber immer noch keine Kuna getauscht und kann hier mit EC zahlen) finde ich einen Zeltplatz und nach einem Tausch der Parzelle mit abreisenden netten Österreichern fühle ich mich wohl. Nun schreibe ich im Restaurant mit Beschallung von der Hausband, die zwar nicht gerade stagereif, aber zumindest bei jedem 10. Song meinen Geschmack trifft.

Ich habe direkt für zwei Tage gebucht und werde auch morgen einen guten Teil davon im Meer (20 m vor meinem Zelt) zubringen. Ja das Leben kann schon hart sein…

In Pula gestartet, steht heute ein „Tagesausflug“ auf dem Programm. Ohne großes Gepäck sollen auch ein paar Schotterstrecken gefunden werden. Klar, dass das hier kein Problem wird, und schon bald hüllt sich das Beast…

20120811-215400.jpg
…in tief rote Ausgehuniform. Ob man den Staub auch noch aus dem Weltraum sehen kann? Obwohl ich nur den Tankrucksack, die Gepäckrollen und einigen Kofferinhalt eingespart habe und die Sachen nun im Zelt auf mich warten, lässt sich das Beast auch mit Koffern im „Gelände“ gut bewegen. Der Tag wird kommen, an dem ich auch einmal ganz ohne Gepäck unterwegs sein werde und ich bin sicher, sie wird mich nicht enttäuschen. Das Mehrgewicht im Vergleich zur geliebten Dicken fällt nahezu nicht ins Gewicht und so geht es zügig über Stock und Stein.

Zugegeben – die Speichen habe ich abends in Pula auf dem Zeltplatz vorsichtshalber abgeklingelt

20120811-215716.jpg

Der Kleinkram ist gepackt, der Platz ist bezahlt. 362 Kuna sind in die Taschen des Platzbesetzers gerutscht und nun heißt es noch einmal schwimmen gehen, duschen, Zelt abbauen und los. Mal sehen, ob über das angeblich viel ruhigere Cres via Fähre nach Ancona oder doch über Slowenien und Triest weiter. Die Entscheidung fällt vermutlich am Wegweiser 🙂

Erwartungsgemäß war nicht einmal am ersten Wegweiser alles klar. Nur die Entscheidung, nicht weiter in den Süden zu fahren, war schnell getroffen. Irgendwie ist in Kroatien momentan zu viel los…und ich brauch einfach mal meine Ruhe!

20120812-215805.jpg

Also alles Autobahnähnliche vermeiden, den einen oder anderen Schotterabzweig mitnehmen, mitten in einer Wohnsiedlung die Grenze von Slowenien nach Italien überqueren und schon stellt sich die Frage: „Wat will ich hier?“ Nie wieder in den Schulferien in Europa unterwegs sein – so viel ist nun klar – dat braucht kein Mensch! Als ich schon den Leitspruch ins Tagebuch schreiben will: „Achtung: bei Udine nicht mal tot überm Zaum hängen…“, versöhnen mich ein Copa Di. Spagetti Eis, ein Latte maciatto sowie das Vodafone-Reiseversprechen (Internet via flat wie @ home) und die italienische Schönheit die das Eis bringt, mit der Welt. Urlaub kann doch schön sein 🙂

20120812-215956.jpg

Trotzdem kehre ich Italien den Rücken und bin über traumhafte Gebirgsstraßen flugs wieder in Slowenien. Die Sonne lacht, der Sprit kostet 10 Cent weniger.

20120812-220139.jpg

Warum muss der Tenere-Fahrer hier das Knöppchen drücken? 🙂 geht’s dann auch mit Gas? 😉

Ich mag kaum ein Ende finden heute, kehre dann aber doch zum Ort des von mir vor Jahren organisierten Slotet’s zum Bohinisee zurück. Ich werde nicht müde es zu betonen: Jeder der noch nicht in Slowenien war, Kurven und die Natur liebt…hin! Aber Vorsicht vor den radarbestückten Wegelagerern; erwischen die einen, wird’s arg teuer, wie ich 2009 erfahren durfte.

Nun aber roll ich mich in die Pooftüte und werde eine ruhige Nacht haben, einzig unterbrochen von Vogelzwitschern und den Regentropfen auf dem Zeltdach. Morgen soll’s wieder schön sein, was stört da ein Abendregen?

Vogelgezwitscher und keine Regentropfen, so hatte ich mir das vorgestellt und so ist’s auch gekommen. Toll, der See liegt wie schon damals zu bewundern unter einer Nebeldecke, und nur langsam kriechen die Bergspitzen daraus hervor.

Dazu gibt es noch frisches Ciabatta vom Bäcker und somit ein leckeres Frühstück. So bricht es sich umso besser auf. Auf Nebenstrecken fahre ich wieder einmal hoch hinauf und bewundere das Biathlon-Training für 2013. Hier im Triglav Nationalpark trainiert gerade nicht nur die tschechische Mannschaft, und überall im Wald wird gelaufen oder mit den skateboardartigen Skiern nebst Stöcken über die Straßen gespurtet. Dazu peitschen die Schüsse über die Schiessanlage. Echt interessant, die Athleten zu beobachten. Weiter gehts für mich nach Bovec und hinauf zum Mangart.

Die Strecke ist frei und kein Schnee versperrt den Weg. So kann ich endlich auch einmal den (anfahrbaren) Gipfel erreichen. Nach dem Vrisic Pass heute ein weiteres Highlight und nur eine kleine Übung für das Beast. Die Maschine schlägt sich bestens auch auf den engen Kehren und das große Gepäck stört nicht die Bohne.

20120813-222907.jpg
Wieder einmal bereue ich meine Entscheidung für die Super Dicke kein bisschen. Für das schlechte Essen im vorletzten Restaurant zum Mangart entschädige ich mich dann noch mit einem überragend guten Eis.

20120813-222526.jpg
Auch einen schönen (womöglich fast freien) Zeltplatz finde ich heute und kann nach der Homepagearbeit gleich zufrieden einschlafen… Mal sehen, ob sich die vielen jungen Rafter und Wanderer an die Nachtruhe ab 23 Uhr halten werden?! Naja die Jungs waren halbwegs ruhig und erst am morgen haben siedurch lautes ausschütteln der Zelte alle geweckt. Egal. Heute geht es dann über ungezählte Pässe nach Italien. Selbst die Kurven haben Kurven und es macht kräftig spaß zu testen was so geht ( und es geht viel). Das Wetter ist traumhaft und nur der Verkehr kostet den letzten Nerv. Sämtliche Städter scheinen in den Bogen unterwegs zu sein und wer zu alt zum laufen ist, kriecht mit dem Autoüber die Pässe. Haua Haua. Dazu kommen in vielen Orten Radargeräte die fest installiert den Straßenrand schmückem. Zumindest wird davor gewarnt und viele der teile sind neongelb. Selbst der Pass nach Italien ist damit bestückt. Nochbegann beglückt von der Fahrt am Mangart vorbei darf man sich so in Disziplin üben. Schön nur wenn auch eine Information da wäre was erlaubt ist… Naja den Verkehr in Südtirol habe ich schlussendlich auch überlebt und als Tribut an Italien zu Mittag eine leckere Pizza verputzt. Nun bin ich in völlan auf dem Zeltplatz, quassel mit netten Hollandern und nehme noch ein „Forst“ Bier im Restaurant…

In der guten Luft der Tiroler Berge habe ich endlich einmal richtig gut geschlafen. Wären da nicht die super knisternden Tüten, in die die Truppe direkt neben mir ihr Campingmaterial verstaut; ich hätte sogar anständig ausschlafen können. So aber nutze ich die Gunst der frühen Stunde und packe ebenfalls zusammen. Über den Reschenpass geht es weiter und ich falle fast von Beast, als ich die „Werbung“ für die neue Mautgebühr für das Stilfzer Joch am Straßenrand erblicke.

Das grüne Stilfzer 🙂

Mit einem wohlig-grünem Gefühl soll hier die Pflichtabgabe zur Überquerung des doch recht spektakulären wie beliebten Passes mit einem schnellen Griff ins Portemonnaie versehen werden. Die ehrliche Auskunft: „Auch Italien ist pleite – zahlen Sie für die Fahrt über das Stilfzer Joch“, wäre da schon näher am Einsatzzweck der Erlöse, denke ich noch. Ich schlage heute den Weg zum günstigen Tanken ein und will mir auch auf dem Rücken des Beastes noch einmal die alte Zufahrtsstraße nach Samnaun geben. Immer wieder durchfährt man hier enge, dunkle Tunnel, die aussehen als ob Ötzi sie noch selber mit dem Pickel in den Berg gehauen hätte. Partnerschaftliches Fahren mit dem Gegenverkehr ist hier Lehrstunde des Tages, denn ein Begegungsverkehr in den scharfen Kurven der Maulwurfshöhlen sollte doch besser vermieden werden, will man nicht den Rückzug im dunklen Tunnel antreten müssen.

Begehrte Ware

Den Verlockungen der bis zu 600 %igen Preissenkungen des zollbefreiten Gebietes widerstehe ich bis auf den Sprit und einem Fläschchen van Goghschen Snaps mit Leichtigkeit. Dafür sitze ich lange in der Sonne bei einem entspannten Mittagessen. Leider bietet Samnaun keinen eigenen Zeltplatz und so setze ich meine Fahrt dann doch noch  Richtung Wallenstadt fort, um auf einem netten kleinen Zeltplatz  à la „Camping auf dem Bauernhof“  ein zu Hause zu finden. Auch hier befinde ich mich in ausschließlich holländischer Nachbarschaft, versorge mich im Volgt-Markt umme Ecke nicht nur mit einem netten Plausch, sondern auch mit Kalorien, um den Abend in der herrlichen Sonne abschließen zu können. Bei einer Flasche Schweizer Bier, zünftigem Brot und regionalem Aufschnitt schaue ich einer Horde Kinder beim Versteckspielen zu und kann mich manchmal vor Lachen kaum halten. So muss ein Tag zu Ende gehen! Heute war mal so richtig Urlaub 🙂Urlaub auf dem Bauernhof

16.8.12

Der Himmel ist arg bedeckt, als ich mich in der Frühe aus dem Zelt schäle. Die Zeckenphobie schnell beiseite geschoben, verstaue ich schnell alle Utensilien in den Koffern und Packsäcken und baue barfuß das Zelt ab. Das Motorrad dient dabei gewohntermaßen als Kleiderständer, und ich verschwinde in die Dusche. Als ich zurück komme, regnet es bereits und ich bin froh, das Zelt noch trocken verpackt zu haben. Die Motorradsachen sind zwar schon etwas angefeuchtet, aber die Stiefel noch nicht voll gelaufen. Unter einem Baum sitzend frühstückt es sich sehr gut. Der Tag kann beginnen.

Tiefenentspannt geht die Fahrt nun in westlicher Richtung weiter und passend zur Mittagszeit komme ich nach Ragaz. Schade, dass hier Parkplätze Mangelware sind, denn der Kunstpark lädt regelrecht zum Schlendern ein. Nach einer Stärkung im örtlichen Inn-Café  kann ich so leider nur ein paar schnelle Schüsse verschiedener interessanter Plastiken erhaschen.

Wohl wahr…

Ich denke, ich werde hier wieder einmal vorbei kommen und vor allem mehr Zeit mitbringen.

Hand drauf…

Natürlich bin ich viel zu früh in Wallenstadt und so bleibt mir noch Zeit für einen Tankstopp, und wo Liechtenstein schon mal so nah ist, läuft das kostbare Nass natürlich in Vaduz in den Tank. Im „Boomerang“ trinke ich noch einen Milchkaffee, als mich die Nachricht erreicht, dass Franny und Mario nun da sind. Schnell wechsle ich die Location, und der Tag klingt bei einer Privatvorstellung meiner X-USA Tour bei den beiden aus… Morgen geht es früh raus, denn das Treffen des Schweizer Ténéré Owners Clubs lockt uns nach Wallisau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.